Bauern in Not – Wege aus der Krise

jeudi, 6. décembre 2018, 07:20 - 07:35
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"Als mein Mann sich das Leben nahm, war nicht klar, ob der Betrieb überhaupt weitergehen kann. Da war überhaupt nichts geregelt.", erinnert sich Milchbäuerin Sonja Böhner (51), die seit dem Selbstmord ihres Mannes vor 12 Jahren versucht, den Hof für ihre vier Kinder weiterzuführen. Auch Helmut Muss (52) hat Kühe, er ist Milchbauer im Westerwald. Auch Er hat ständig Geldsorgen. Vor kurzem hat ihn seine Lebenspartnerin verlassen. Sie konnte die ständigen Sorgen und die viele Arbeit einfach nicht mehr aushalten – burnout! Allein mit der vielen Arbeit auf dem Hof kommt Helmut Muss schnell an seine Grenzen. Einen Angestellten kann er sich aber nicht leisten. Der Berufsstand der Bauern steckt in einer tiefen Krise, Burnout und Depressionen bis hin zum Selbstmord nehmen zu. Eine Ursache: ausländische Produkte erreichen den Markt und drücken die Preise. Dagegenhalten können nur die Bauern, die Kredite aufnehmen und ihren Betrieb vergrößern. Aber allein in den letzten 25 Jahren gab die Hälfte aller heimischen Bauern ihren Hof auf. Eine schwierige Entscheidung, denn oft wurde der Hof über viele Generationen vererbt. Für die betroffenen Bauern ein Trauma, besetzt mit so hoher Scham, dass Viele die Krise selbst ihrer eigenen Familie gegenüber bis zuletzt verheimlichen. Wir besuchen Bauern, die bereit sind, über ihre Probleme und Ängste zu sprechen. Finden sie einen Weg aus der Krise?